Skulptur pur

Skulptur pur

Kunstförderung und Belebung der Bülacher Altstadt

Veranstaltungsdatum
18. September 2007

Auf dem Hans-Haller-Platz kann den Künstlern Ruedi Mösch, Ruedi Vontobel und Thomas Lampert über die Schulter geschaut werden.

Für Mösch ist es nicht der erste öffentliche Auftritt in Bülach. Schon vor sechs Jahren hat er in der Skulpturen-Woche, die von Confiseur Mischa Klaus organisiert wurde, mitgewirkt. Damals wurden aus Sturmholz Kunstwerke erschaffen. Klaus hat bei der Organisation von «Skulptur pur» erneut mitgeholfen – die Aktion läuft im Rahmen seiner Kulturaktion «Kunst Genuss».

Skulptur pur2026-09-18T12:38:57+02:00

SkulpturenWoche

SkulpturenWoche

Kunstwerke aus wertlosem Sturmholz

In der Bülacher Altstadt entstehen sieben mannshohe Skulpturen aus Sturmholz. Und viele philosophische Gespräche zwischen Passanten und Künstlern.

von Gabriella Hofer

Vom gewaltigen Sturm „Lothar“, der Ende vergangenen Jahres durch die Schweiz fegte, hatte Mischa Klaus (30), Initiant der Bülacher Skulpturen-Woche, praktisch nichts mitbekommen. Er war in der Backstube beschäftigt gewesen. „Um die Weihnachtszeit bewege ich mich hauptsächlich zwischen Ofen und Bett“, sagt der Konditor augenzwinkernd. Im Februar habe er sich dann Zeit für einen ausgedehnten Waldspaziergang genommen – und mit Bestürzung und zugleich fasziniert festgestellt, was „Lothar“ angerichtet habe. Da entstand die Idee für das derzeit in Bülach laufende Symposium unter dem Motto „Die Erde wehrt sich“. Klaus fand innert Kürze Mitorganisatoren und grosszügige Sponsoren, die sich hinter sein Credo stellten: „Die durch „Lothar“ entstandenen Schäden und damit unsere Ohnmacht gegenüber Naturgewalten dürfen nicht einfach vergessen werden. Nach-Denken ist angesagt.“ Die Bevölkerung kann das Entstehen der mannshohen Skulpturen vor Ort mitverfolgen und zwischen Holzschnitzeln und Sägespänen mit den Künstlern diskutieren und philosophieren.

Holzgeschnitzter Sinn und Wert

Sieben Kunstschaffende aus der ganzen Schweiz – ausgebildete Holz- und Steinbildhauer und Eisenplastiker – sind seit letztem Donnerstag täglich bis zu zehn Stunden mit Handschnitzwerkzeugen, Beilen, Hobeln, Motor- und Kettensägen am Werken und geben dem Abfallholz Wert und Sinn.

Zum Beispiel Beat Breitenstein (46) aus Ins, der im Freiluftatelier vor dem Rathaus arbeitet. Er verbindet Tannenäste, die er zu einem ellipsenförmig geflochtenen Netz zusammengefügt hat, mit Holzleisten aus einem Eichenstamm. Dieser wurde vom Fall mehrfach gespalten, wodurch er wertlos ist und höchstens noch zum Verfeuern hätte verwendet werden können. „Wertloses wird mit meiner Skulptur wertvoll“, erklärt Breitenstein

Ruedi Mösch vom Lägern-Steinbruch in Steinmaur hat bewusst darauf verzichtet, einen zersplitterten Baumstumpf aufzustellen. „Ich will die Sensation der brutalen Naturgewalt vermeiden.“ Dem 46-Jährigen geht es darum, ein Sinnbild zu schaffen, welches zum Nachdenken anregt. „Schauen Sie, das könnte das Gehäuse einer Fee sein, die im Baum wohnte, bevor der Sturm kam . . .“ Aus einem Eichenstamm hat er den Umriss einer Frau herausgeschnitzt und einen Durchblick gehauen.

Ebenfalls philosophisch-kreativ zeigt sich der Bülacher Ueli Gantner (50). „Auf der Suche nach der Wirklichkeit hoble, säge und haue ich mir meine persönliche Welt.“ In einen zweieinhalb Meter langen Eichenstamm schneidet er das „Tor zur Erkenntnis“ und sinniert dabei über „Lothar“ und Umweltfragen. Die Thematik greift er auch im Dialog mit dem Publikum auf. „Es wäre schön, wenn wir Kulturschaffenden dereinst das gleiche Gewicht hätten wie Wirtschaft und Politik“, sagt Gantner, dem die künstlerische Leitung des Projekts obliegt.

Skulptur-Gant im Städtli

Heute Freitag sollen die sieben Kunstobjekte vollendet sein. Die Skulpturen werden nach einer Vernissage ab 18.30 Uhr im Städtli versteigert. Laut Gantner dürften die einzelnen Kunstwerke zwischen 3000 und 10 000 Franken teuer sein. Der Ausrufpreis wird bei drei- bis viertausend Franken liegen. 80 Prozent des Verkaufspreises gehen an den jeweiligen Künstler. Ein allfälliger Überschuss – das Budget beträgt 25 000 Franken – wird nach Absprache mit den Sponsoren für eine Neuauflage des Happenings verwendet.

SkulpturenWoche2026-09-02T11:00:37+02:00

Kunst und Kultur Tage Bülach

Kunst und Kultur Tage Bülach

Die Kunst und Kultur Tage Bülach haben zum Ziel, Bülach zum Zentrum künstlerischen Schaffens im Zürcher Unterland zu machen. Das Hauptanliegen besteht darin, einer breiten Öffentlichkeit das Kunst- und Kulturschaffen zugänglich zu machen. Durch die Erlebbarkeit sollen auch Denkanstösse entwickelt werden über den Sinn und Zweck von Kunst im weiteren Sinne.

kunstgenuss | Mischa Klaus und das Organisationskomitee haben verschiedene professionelle Kunst- und Kulturschaffende aus den Bereichen Bildende, Darstellende und Angewandte Kunst eingeladen, um diese zum gemeinsamen Thema «Sinn – Sinne» Werke erarbeiten zu lassen.

Die Auswahl erfolgte aufgrund ihres aktuellen Schaffens, ihres qualitativen, formalen und handwerklichen Könnens und der Bereitschaft zur Kommunikation mit den Besuchern der Kunst und Kultur Tage.

Für die acht teilnehmenden KünstlerInnen werden in der Altstadt von Bülach Arbeitsplätze eingerichtet, die einerseits ungehindertes Arbeiten erlauben, anderseits der Öffentlichkeit den Zugang zu den entstehenden Werken ermöglichen.

Kunst und Kultur Tage Bülach2026-09-19T18:09:32+02:00

GenussNacht 2008

GenussNacht

Kunstförderung und Belebung der Bülacher Altstadt

TagesAnzeiger / 21.06.2008

Mit Mandolinenmusik von Vivaldi, Tarantellas und neapolitanischen Liedern wurde das Städtchen Bülach am ersten lauen Sommerabend in diesem Juni verzaubert.

Von Thomas Baer (Text) und Johannes Dietschi (Bilder)

Bülach. – Das Wetter stimmte, die Leute strömten am Donnerstagabend in Scharen in die Bülacher Altstadt zur ersten Genussnacht. Es war der erste laue Sommerabend in diesem Juni, an dem man mit leichter Bekleidung, und vor allem ohne nass zu werden, bis tief in die Nacht im Freien sitzen konnte. Die Gäste wurden mit Apéroköstlichkeiten der Confiserie Klaus verwöhnt, man traf Bekannte und Verwandte, es war ein reges Sehen und Gesehenwerden. «Genau so habe ich mir das vorgestellt», strahlte Mischa Klaus, Initiant dieses Anlasses. «Für die Premiere bin ich von dem grossen Interesse begeistert, doch eine seriöse Bilanz kann ich erst ziehen, wenn ich darüber geschlafen habe.»

Sein Jugendtraum, einmal eine solche Freiluftveranstaltung mitten in der Altstadt zu organisieren, ist Tatsache geworden. Ein roter Teppich war auf dem Platz und der Marktgasse vor dem Café Klaus ausgerollt, 350 Stühle standen bereit. Vor dem Brunnen spielte das Kammerorchester Bülach unter Luzi Müller neben einem Concertino von Wassenaer und dem Divertimento No. 3 von W. A. Mozart zusammen mit dem Solisten Rico Punzi das Mandolinenkonzert in C-Dur von Antonio Vivaldi und das Konzert für Solomandoline und Streichquintett von J. A. Hasse.

Mit beleuchteten Hausfassaden, flackernden Kerzen, den in der Abenddämmerung nach Insekten jagenden Rauchschwalben und den im leichten Wind wehenden Fahnen fühlte man sich in mediterrane Gefilde versetzt, was durch die neapolitanischen Lieder im zweiten Teil, gesungen und arrangiert von Rico Punzi, noch verstärkt wurde.

 

Witziges Komikertrio

Das Cabaret BSK begleitete durch den Abend und sorgte für Lacher in allen Reihen. Gewohnt raffiniert, tollpatschig und mit witzigen Wortspielen, verstanden es die drei Komiker Matthias Birchler, Beat Seiler und Markus Külling, das Publikum zu unterhalten. Was sie anfänglich zu tun hätten, war dem Trio nicht ganz klar. Seiler kam, wie so oft, mit dem Geigenkasten unter dem Arm zu spät und versuchte vergeblich, einen Platz im Ensemble zu finden, bis er von seinen zwei Kollegen aufgeklärt wurde. Mischa Klaus habe sie beauftragt, die Sponsoren der Genussnacht vorzustellen. Doch wie es kommen musste, entwickelte sich ein Missverständnis nach dem andern, und so wurde der eine bald als Klaus, der andere als Zinniker (gemeint Zyniker) tituliert.

«Das Publikum war grossartig», schwärmt Seiler, der schon viele Jahre bei den Spielleuten von Seldwyla auftritt. «Leider gab es zu Beginn mit einem der Mikrofone ein Problem», sagt Birchler, «und so spielten wir den zweiten Sketch ohne den Verstärker.»

Auch das Streichorchester und der Solist waren über die Lautsprecher zu hören, was vor allem in den vorderen Reihen etwas störend wirkte. Die Violinen klangen in den Höhen teils schrill, doch der Spielfreudigkeit der Instrumentalisten tat dies keinen Abbruch. Das Freiluftkonzert war auch für die Musiker eine spezielle Erfahrung, schlug doch zeitweilig die Kirche ihren Takt dazu, oder ein startendes Flugzeug untermalte die virtuosen Melodiebogen des fingerfertigen Solisten.

Die Premiere der ersten Genussnacht ist vollauf geglückt – das sonst eher wenig belebte Bülacher Städtchen spürte an diesem Abend so etwas wie den Hauch des Südens. Das Publikum dankte es mit einem lang anhaltenden Applaus.

GenussNacht 20082026-09-17T18:22:08+02:00

Wasserloch

Wasserloch

Ueli Gantner «Weil das Leben lebenswert ist!»

Im April 2010 wurde der Bülacher 3D-Gestalter, Bildhauer und Plastiker Ueli Gantner sechzig. Der Geburtstag und die Erfolge als Künstler in den vergangenen Jahren waren Anlass für die Abendveranstaltung «Wasserloch» im Bülacher Freibad.

Neben der eigentlichen Geburtstagsfeier sollen die Werke von Ueli Gantner die ihnen gebührende Beachtung finden:

 

Für die kleineren Skulpturen und Plastiken wird ein Ausstellungszelt aufgestellt.

Fünf seiner Aussenraum-Plastiken werden vor dem Anlass per Kran ins noch leere Haupt-Schwimmbecken gehievt. Dieses wird anschliessend geflutet. Eine fix installierte Kamera filmt die langsame Umhüllung der Objekte mit Wasser. Der Film wird an der Veranstaltung im Zeitraffer auf die Leinwand beim Ausstellungszelt projiziert.

Nach dem Einnachten schwimmen zwei Taucher mit Unterwasserkameras im Zeitlupentempo um die unter Wasser angestrahlten Plastiken im Schwimmbecken. Diese Videoaufnahmen werden live auf die Leinwand übertragen.

Die Gäste bekommen so zwei Wahrnehmungsperspektiven: Die reale, lebhafte von oben auf die im Wasser versenkten Plastiken, die surreale, meditative, stille von unten.

Wasserloch2026-09-02T11:05:27+02:00

Kunstausstellung untenoben

untenoben

Silvio Mattioli (Eisenplastiken, Bilder)
Robert Indermaur (Bilder)
Ivo Soldini (Skulpturen)
Jacques Laissue (Bilder)
Katharina Hofmann (Lichtinstallationen)
Franz Baumberger (Bilder)
Katja Grütter (Glasobjekte)
Katrin Zuzáková (Skulpturen, Bilder)
Line Lindgren (Plastiken)
Ueli Gantner (Eisenplastiken, Reliefs)

Ausstellungsdauer
9. bis 26. September 2010

Ausstellungskonzept
Der Titel der Veranstaltung – «untenoben» – basiert auf dem Ausstellungskonzept, das der künstlerische Leiter Ueli Gantner und der Veranstalter Mischa Klaus entwickelt haben:

  • Ausstellungsraum ist eine Luftschutz­anlage in der malerischen Bülacher Altstadt.
  • Bewusst wird den einzelnen Werken ihr notwendiger Raum gelassen.
  • Der Kontext zwischen den unterschiedlichen Exponaten in den verschiedenen Räumen: Kraftvolle Symbiose oder offensichtlicher Diskurs.
  • «untenoben» soll anregen – eine eigentliche Plattform sein –, bildende Kunst in ihrer Vielseitigkeit zu erleben.

Kunstausstellung untenoben2026-09-01T11:56:43+02:00
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